Klangwelten in Farbe



So vielschichtig wie die Töne seines 10-Farben-Systems sind, ist auch der berufliche Weg von Hanspeter Schneider. Doch immer führt er zurück zu seiner ursprünglichen Faszination, den Farben.

«Ich höre auf Farben. Wie ein Musiker mische ich Töne ab», erklärt Hanspeter Schneider seinen Umgang mit Farben. Das Interesse an Pigmenten ging sogar so weit, eine neue Drucktechnik zu entwickeln. Anstelle des gängigen Vierfarbendrucks tüftelte er an einem 10-Farbensystem, das er in seinem Buch «Farbpigmente – Farbstoffe – Farbgeschichten» anschaulich visualisiert. Doch bis dahin führte ihn sein Weg durch ganz unterschiedliche Welten.

Kunsthandwerk und Produktgestaltung
Der Sohn eines Technikers war schon als Kind von Farben begeistert. Eine künstlerische Ausbildung lag nahe. Aus Pragmatismus entschied sich Hanspeter Schneider, Grafiker zu werden. Nach der Lehrzeit in einer Zürcher Werbeagentur wollte er eine Weiterbildung als Produktgestalter anschliessen. Doch die Projekte waren für den jungen Grafiker so verlockend, dass er zunächst in der Werbewelt blieb – bis die Schnelllebigkeit und eine gewisse Oberflächlichkeit nicht mehr in sein Lebenskonzept passten.

Von Zufällen und Einsichten
«Oft sind es Zufälle, die etwas auslösen», ist Hanspeter Schneider überzeugt. Bereits mit 27 Jahren machte sich Hanspeter selbstständig. Nach und nach entstand das Team hp Schneider in Elsau bei Winterthur. Dabei habe es sich aber nie um eine Werbeagentur im klassischen Sinne gehandelt. Stattdessen bezeichnet er seine Arbeit – wie die Konzeption eines europäischen Sprachenpasses – als «Informationsgestaltung». Immer wieder hat Hanspeter Schneider gemerkt, dass ihn auch das Thema Technik fasziniert. Parallel zu seinen gestalterischen Arbeiten entwickelte er technische Werkzeuge, Schreibgeräte und das bereits erwähnte 10-Farbensystem für Druckereien, das eine nuancierte Farbwiedergabe ermöglicht.

Offen für Perspektivenwechsel
Das Projekt «mygarden» entstand wiederum durch einen Zufall. Schreiner Matthias Eberli hatte Hanspeter ursprünglich nur gebeten, sich einmal den Prototyp der «Gartenbox» anzusehen. Mittlerweile haben die beiden zusammen mit Gartengestalter Peter Richard eine ganze Gartenkollektion lanciert. Darunter sind auch eigene Entwürfe wie die «Wavebox» oder die Sichtschutzwand «Mikado». Zudem tragen Logo, Website und Broschüren seine Handschrift. Im Schaffensprozess ist der Aubergine-Ton entstanden, der sich wie ein roter Faden durch alle Kommunikationsmittel zieht. Sicherlich kein Zufall ist es, dass Hanspeter sich für solch einen nuancierten Ton entschieden hat, liebt er doch die Vielschichtigkeit der Töne aus dem Violettspektrum.